Grenzen setzen ist kein Angriff auf andere. Anja Reiche

Ich hab noch nie so viel und wohltuend gefaucht wie derzeit. Ich fauche alles und jeden an, der mir „begegnet“ und wider die Natur, wider das Leben und wider der göttlichen Ordnung ist.

Der das Leben nicht achtet und ehrt, der sich verrĂ€t, unaufrichtig ist. Jeden, der mir erklĂ€ren will, wie Leben ĂŒberhaupt funktioniert und auf was es ankommt und der selber keinen Schimmer hat, weil er sich nicht im Ansatz selbst begegnet ist. Weder sich noch der Schöpfung. Dem jede Demut fehlt, jedes GefĂŒhl, jeder Feinsinn, jeder Weitblick und jegliche Tiefe.

Ich weiß nicht, wie oft ich in den letzten Tagen innerlich mit der Faust auf den Tisch gedonnert habe und im wahrsten Sinne des Wortes ein Machtwort gesprochen habe. FÜR mich. FÜR die Schöpfung. FÜR meinen Dienst hier. FÜR meinen Weg. FÜR mein Empfinden.

Es fĂŒhlt sich an wie ein Wegbeißen. Der Löwe beißt die HyĂ€nen weg. Verteidigt sein Revier und macht aber mal eine ganz klare Ansage. Hier ist Feierabend!

Ich hab in mancher Hinsicht zu viel mit mir machen lassen, war zu nett, zu verstĂ€ndnisvoll, hab DummschwĂ€tzern, Unwesentlichem und Unwahrem zu viel Raum gegeben und hab mein Innenerleben schön geredet. Den Widerstand ignoriert, der sich ganz natĂŒrlich in mir geregt hat, immer mit dem ĂŒberdimensionierten VerstĂ€ndnis fĂŒr den anderen.

Ich hab so viel in meinen RĂ€umen, in meinem direkten Umfeld geduldet, meine MaßstĂ€be nach unten korrigiert, mein Licht gedimmt, meine GrĂ¶ĂŸe geleugnet und irgendwie damit Gott verleugnet, weil ich es so sehr gewohnt war, mich fĂŒr andere zur VerfĂŒgung zu stellen und weil es so sehr in mir verankert war, dass das Ziehen meiner Grenzen ein Angriff auf den anderen ist. Die grĂ¶ĂŸte Verdrehung ĂŒberhaupt. Die grĂ¶ĂŸte LĂŒge, die TĂŒr und Tor fĂŒr Missbrauch öffnet.

Eine gesunde Wut, ein klares Stop, ein klares Nein, wenn jemand meine Grenzen ĂŒberschreitet – und GrenzĂŒberschreitung geht auch emotional und energetisch – ist KEIN Angriff auf den anderen. Es ist ein natĂŒrliches Einstehen fĂŒr mich. Ich bin deswegen kein TĂ€ter!!!

Ich könnte ausflippen, wenn in der Licht und Liebe Szene jegliche Art von Wut verpönt wird, weggeatmet werden soll oder als eindeutiger Hinweis gilt, dass ich getriggert bin und ein Thema habe. Ich könnte kotzen, wenn erzĂ€hlt wird, dass das niedrig schwingt und sofort wieder gute, hochschwingende GefĂŒhle her mĂŒssen. Mehr Krieg gegen mich selber könnte ich gar nicht fĂŒhren, als dass ich mir verbiete, meinen Raum zu wahren, meine natĂŒrliche Reaktion von Wut auf Übergriffigkeit und Missbrauch nicht zum Ausdruck zu bringen.

Und innerlich donner ich schon wieder mit der Faust auf den Tisch. Himmel Herr Gott nochmal, wie verdreht kann’s denn sein? Das ist Erziehung und Anleitung zum Missbrauchenlassen. Das ist Manipulation und emotionale Erpressung vom Feinsten.

Ich sehe so viele großartige, warmherzige, reflektierte, bewusste Menschen, die am Limit sind, ausgelutscht, frustriert und erschöpft, weil sie sich scheinbar nicht wehren dĂŒrfen. Ausgesaugt und noch mit einem schlechten Gewissen versehen, weil sie einmal nicht geliefert haben und zur Stelle waren bei Menschen, die immerzu nur einfordern und beliefert werden wollen. Bei Menschen, die den Schatz dieser wundervollen Wesen ĂŒberhaupt nicht erkennen, die Wahrhaftigkeit und Reinheit nicht erkennen, selbst wenn man sie ihnen auf den Bauch binden wĂŒrde.

Am liebsten wĂŒrde ich rufen: „Geht weg! Geht weg und tut euch das nicht mehr an! Ihr habt das nicht verdient und so ist es nicht gedacht! Ihr lasst sie nicht im Stich. Diese Menschen haben sich selber im Stich gelassen. Ihr seid nicht Schuld an deren Misere. DAS ist nicht eure Verantwortung. GEHT WEG! Ihr dĂŒrft das.“

Ich weiß nicht, warum ich das schreibe. Ich musste es einfach zum Ausdruck bringen. Das musste gesagt werden. Ich will nichts damit. Außer der Energie Raum geben, die in mir lebendig ist. Sichtbar machen, was in mir los ist.

Und nein, ich brauche keine Diskussion, keine Tipps und keine Therapie. DAS ist meine Therapie und Heilung. Mein Wesen, mein Innenerleben, meine Wut im Ausdruck. đŸ”„â€ïžđŸ”„

Danke, Christian, dass du da mit mir stehst und fauchst. đŸ”„đŸŠđŸŠđŸ”„

https://www.anja-reiche.de/2024/05/grenzen-setzen-ist-kein-angriff-auf.html