Über Flüche. Nicky Hamid

Das Wort Fluch stammt aus dem Altenglischen curs und bedeutete ursprünglich ein Gebet, ein Wunsch, eine Absicht oder ein Urteil, das jemandem Schaden oder Unglück bringen sollte.

Jedes Mal also, wenn du dir wünschst, dass jemand „seine gerechte Strafe bekommt“ oder dass Gerechtigkeit – so wie du sie verstehst – jemandem widerfährt, sprichst du in Wahrheit einen Fluch aus.

Wie oft schon habe ich gehört: „Der wird schon sein Karma ernten … (haha).“
Aber: Du sprichst damit einen Fluch über den anderen aus.

Und jetzt, wo wir alle immer bewusster, feinfühliger und sensibler werden – auch gegenüber unseren eigenen Gedanken – werden wir gleichzeitig auch empfänglicher für die Gedanken anderer.

Deine Verantwortung liegt bei deinen eigenen Gedanken. Es ist an dir, sie zu erkennen, anzunehmen und zu verwandeln.

Mit dem wachsenden inneren Licht, dem „Aufstieg“ in dir, wird auch jede Form von Urteil – über andere, doch letztlich immer auch über dich selbst – zu einem Fluch.
Und dieser wirkt jetzt zunehmend direkt auf dich selbst zurück.

Für viele wird sich das wie ein inneres Autsch anfühlen. Und dann beginnt oft das Spiel: „Ja, aber …“

Ich sage: Sei ehrlich mit dir. Dort beginnt jetzt alles.
Ich liebe dich so sehr.


P.S. Ich sage nicht, dass du Angst vor deinen Gedanken haben sollst / und dir derer bewusst werden sollst.

Ich sage nur: Dein innerer Aufstieg erfordert, dass du Verantwortung übernimmst – für deine Urteile.

Dazu musst du erkennen, was in dir dieses Urteil gefällt hat – und was dich in diesem Urteil von dir selbst (und damit auch von anderen) trennt.

Geh in dein Herz und frage dich:
„Wie würde die Liebe das sehen?“

In diesem Moment erhebst du dich selbst in eine höhere Wahrnehmung und kannst neue Gedanken wählen – solche, die das Urteil über dich selbst aufheben.

Dann beginnst du ganz von allein, auch den Widerstand gegen andere loszulassen.

Und du erlaubst ihnen, ihren eigenen Weg zu gehen.
Ganz gleich, wie schmerzhaft dieser Weg für sie sein mag.

Denn auch sie sind göttliche Wesen – auf ihrer eigenen Reise.

Natürlich bedeutet das nicht, dass du deine göttlich mitfühlende Stimme ignorieren sollst.

Wenn du gerufen wirst, einem Menschen liebevoll die Hand zu reichen – dann tu es.

Das ist die Unterscheidungskraft einer liebevollen, wachen Präsenz.

Nicky Hamid

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© Übersetzung Roswitha https://www.esistallesda.de